Die PhilS (= Philosophie lebender Systeme) hat eine Zivilisationstheorie entwickelt, die auf fünf Säulen ruht.
Erstens auf einigen Erkenntnissen Sigmund Freuds, nämlich auf der Existenz eines psychodynamischen Unbewussten, in das Denkinhalte verdrängt und durch einen Widerstand an ihrer Bewusstwerdung gehindert werden können, sowie der Unterteilung der menschlichen Psyche in die drei Instanzen Ich, Es und Über-Ich. Die psychoanalytischen Triebtheorie übernimmt die PhilS nicht, sondern sie postuliert die Antriebe der Selbsterhaltung, der Selbstentfaltung und des Sexualtriebs, sowie die negativen Kräfte der Unlustvermeidung und Schmerzvermeidung bzw. Vermeidung von körperlicher Schädigung. Daher besteht hinsichtlich des Todestriebes der Freudschen Psychoanalyse ein Widerspruch.
Zweitens auf den Vorstellungen der von Wilhelm Ostwald entwickelten Energetik, dem Entdecker der Biochemie (Nobelpreis 1909), der zivilisatorischen Fortschritt als Energiegewinn beschreibt und die mit Fremdenergie betriebenen technischen Produkte und Errungenschaften des Menschen als seine spezifische Leistung beschreibt, die ihn aus dem Tierreich heraushebt
Drittens geht sie mit den anthropologischen Vorstellungen des Tiefseeforschers Hans Hass und seiner Energontheorie konform, der bereits seit etwa 1960 die zusätzlichen Organe des Menschen als zu ihn gehörig betrachtet, diese allerdings auch schon im Tierreich findet, und das Individuum, den „homo proteus“, als Keimzelle einer zivilisatorischen Entwicklung ansieht, die zu „Hyperzellern“ und „Erwerbskörpern“ bestehend aus Menschen und Maschinen führt.
Viertens bedient sie sich der Kybernetik, die mit dem Namen Norbert Wieners verknüpft ist, und beschreibt das menschliche Verhalten einerseits als Erweiterungen von Regelkreisen mit negativer Rückkopplung, die der Selbsterhaltung dienen. Aus dieser Sicht wird die Schul- und Berufsausbildung sowie das Arbeitsleben zu einer Erweiterung dieser Regelkreise, die zwischen Hungergefühl und Nahrungsaufnahme geschaltet sind. Das positive Feedback, das durch Ausschüttung von Glückshormonen zu narzisstischen Befriedigungsgefühlen führt, steuert die Einordnung in eine Gesellschaft, die durch Anerkennung bestimmter sozial erwünschter Verhaltensweisen durch die Mitmenschen von außen ergänzt wird. Der im Individuum über Hormonausschüttung wirksame Sexualtrieb steuert die biologisch sinnvolle Überbevölkerung, die durch Selektion des Bevölkerungsüberschusses (beim Menschen durch Kriege) zur Weiterentwicklung genetisch gespeicherter Daten führt, was die Biologie mit Hilfe der Evolutionstheorie beschreiben, deren Wirksamkeit allerdings nicht mit der Entwicklung des Menschen aufgehört hat.
Fünftens wird die mit Darwins Entdeckungen beginnende Evolutionstheorie zugrunde gelegt und aus Sicht der PhilS anders formuliert. Die biologische Evolution wird beim Menschen durch die Entwicklung der Wissenschaften fortgesetzt, die mit den gleichen Mitteln arbeiten wie die Evolution, nämlich mit der Hervorbringung von Überschuss (hier Überschuss von Ideen, Hypothesen und Theorien) und der Selektion, die hier im wissenschaftlichen Versuch besteht, der die Theorie verifiziert oder falsifiziert.
Rudi Zimmerman
Das System Mensch
Die Philosophie lebender Systeme
Lebende Systeme
Das System Erde
Rudi Zimmerman
Philosophie des Menschen
Die Datentransformation
Philosophie 3000